Neuseeland - Nordinsel
Auckland.
Nach der Landung und dem Flug von Tonga holen wir unseren Camper ab, laden erstmal viel Essen und Trinken ein und gehen auf einen Campground in einem Stadteil von Auckland. Dort bleiben wir zwei Nächte um uns Auckland anzuschauen. In Neuseeland sieht alles sehr englisch aus. Auch sehr ordentlich. Zumindest wenn man vorher die USA und Tonga gesehen hat. Da die europäische Besiedlung erst vor 200 Jahren begonnen hat gibt es natürlich keine sehr alten Gebäude. Von Auckland geht es weiter in den Shakespear Park. Dort zeltet neben uns ein französisch sprechender älterer Kanadier der auf seinem Fahrrad die ganze Welt erkundet. Durch Afrika und Indien ist er bereits gefahren. Auch durch die gefährlichen Ecken. Alles halb so wild wie es immer in den Nachrichten geschildert wird meint er.
Den nächsten Tag verbringen wir in natürlichen heißen Quellen. Am Tag darauf fahren wir an die Bay of Island. Unterwegs gibt es einen mißglückten Versuch mit unserem iBook ins Internet zu geraten. Das ist hier leider nicht so einfach wie in den USA. Dort konnten wir einfach ins nächste Starbucks gehen. Hier an der Bay of Islands bleiben wir zwei Nächte am selben Fleck und machen eine sehr schöne Tageswanderung von sieben Stunden. Von dort aus steht eine lange Fahrt nach Cape Reinga an. Hier verbringen wir unseren bisher schönsten Tag in Neuseeland, am Ende der Welt hoch oben am nördlichsten Zipfel Neuseelands. Es treffen hier die Tasmanische See und der
Pazifische Ozean aufeinander. So ein Wind, wir werden fast weggeweht - samt Camper. Danach geht es zurück Richtung Süden und vorerst an die Westküste in den Kauri Forest. Hier gibt es sehr alte große Bäume - 3000 Jahre alt und einen sehr dichten Wald. Fast schon wie Regenwald. Wir machen auch hier eine kleine Wanderung und dann geht es auch schon wieder zurück nach Auckland. Der Camper geht so langsam kaputt. Wahrscheinlich hat der Auspuff ein Loch. Er knattert und scheppert gar fürchterlich. Es regnet hier fast jeden Tag. Meistens nachts. So stellt man sich wohl auch Neuseeland vor. Allzu warm ist es auch nicht. Tagsüber so bis 20°C. Nachts deutlich kühler. So um die 5°C. Das ist im Vergleich zu Deutschland
natürlich sehr warm. Dort, wird uns per email berichtet, liegt bereits Schnee und es gibt Weihnachtsmärkte. Wir sind nun schon 8 Wochen unterwegs. Uns kommt es bereits jetzt wie eine Ewigkeit vor. Man kann sich schon gar nicht mehr an den Anfang der Reise erinnern. Auch kommt nicht gerade eine weihnachtliche Stimmung auf. Gestern war der erste Advent. Komisch. Es ist doch Sommer! Unsere Fahrt geht weiter. Die Waitomo Glowworm Caves sind wirklich beeindruckend. Man fährt auf einem wackligen Boot durch die dunkle Höhle und an der Decke sind viele leuchtende Punkte. Es sieht aus wie ein Sternenhimmel. In Wirklichkeit handelt es sich natürlich um tausende von Glühwürmern.
Weiter geht die Fahrt nach Rotorua in welchem wir sehr sehenswerte aber auch sehr stark nach Schwefel und Ammoniak stinkende Geysire bewundern. Auf dem Weg nach Taupo wird unser Camper immer lauter und er muß nun dringend in die Car Clinic. Bei Parts & Services nimmt Malcolm sich dann dem Wagen an und flickt ihn für uns. Unser nächstes Reiseziel ist der wunderschöne Nationalpark Tongariro. Hier kann man den schönsten one-day hike Neuseelands machen. Allerdings nur wenn das Wetter es erlaubt. Wir haben kein so großes Glück, denn es ist nicht nur sehr kalt sondern insbesondere sehr windig mit Windgeschwindigkeiten von über 100 km/h und Schnee auf dem Trail. Wir unternehmen dennoch eine sehr schöne Wanderung, nur eben nicht das berühmte Tongariro Crossing. Leider haben wir auch nicht so viele Tage in Neuseeland, als das wir einfach auf besseres Wetter warten könnten. Wir müssen weiter in Richtung Wellington von wo aus uns die Fähre Arahura auf die Südinsel bringen wird.
Neuseeland - Südinsel
Von Wellington aus geht es mit der Fähre Arahura durch die Cook Strait nach Picton. Kurz nach der Abfahrt kündigt der Kapitän an, daß es sich heute um eine etwas rauhe Überfahrt handeln wird und die Gäste mit den empfindlichen Mägen mögen sich doch bevorzugt in der Mitte des Schiffes aufhalten und das am besten im Sitzen. In der Tat wird die Überfahrt dann mal wieder zu einem echten Erlebnis. Wenn uns auch nicht ganz so schlecht wird wie auf der Ikale, welche uns von Tongatapu nach Eua gebracht hat. Bei diesen Wellen wäre die Ikale aber wohl auch untergegangen. Die große Fähre schafft es dann aber und als wir in den Marlborough Sounds ankommen werden wir mit wunderschöner Landschaft belohnt. Von Picton fahren wir an der Küste entlang in Richtung Nelson. Nelson ist für neuseeländische Verhältnisse eine sehr große Stadt mit 50000 Einwohnern. Wir übernachten hier erstmal bevor wir zum Abel Tasman Nationalpark fahren. Der Abel Tasman Park liegt direkt am Meer. Wir übernachten in Marahau welches sich direkt am Rande des Nationalparks befindet und von wo aus Wassertaxis starten, um die Besucher zu den unterschiedlichsten Buchten zu bringen. Auch wir nehmen am ersten Tag ein Wassertaxi,
das uns zum Ausgangspunkt unserer Tageswanderung bringt. Eine der schönsten Wanderungen in Neuseeland führt uns von der Bark Bay zurück nach Marahau, entlang der wunderschönen Küste mit vielen einsamen Sandstränden. Viele davon können zu Fuß nicht erreicht werden. So entschließen wir uns am nächsten Tag einen Ausflug mit dem Kajak zu unternehmen. Nach längerer und genauer Unterweisung dürfen wir endlich ablegen. Wir kommen mit dem Kajak sehr gut zurecht und erreichen nach kurzer Fahrt unseren ersten einsamen Sandstrand. Nachdem wir aus der geschützten Bucht bei Marahau herausgepaddelt sind haben wir nicht nur große Wellen sondern auch starken Rückenwind. Wir fahren hier immerhin auf dem offenen Ozean, nämlich der Tasmanischen See. Der Rückenwind schiebt uns unglaublich schnell voran. Nachdem wir uns an einer kleinen Bucht ausgeruht haben machen wir uns auf den Rückweg. Diesmal ist das ganze sehr viel anstrengender, da der Wind direkt von vorne kommt. Wir trotzen jedoch allen
Naturgewalten und paddeln langsam aber stetig wieder zurück zur Appletree Bay, wo wir wie vereinbart das Kajak am Strand verankern um zum Abschluß des schönen Tages noch eine kleine Wanderung zu unternehmen. Nach einigen schönen Tagen geht die Fahrt weiter in Richtung Westküste und Gletscher. Vorher halten wir jedoch noch mal in Nelson und an der Buller Gorge Swingbridge, welche mit 110m die längste Swingbridge Neuseelands ist. An der Westküste bleiben
wir kurz an den Pancake Rocks im Paparoa National Park. Leider ist das Wetter wieder mal nicht so gut, daß wir uns hier für eine Wanderung entschließen können und wir fahren nach einem Tag weiter zum Franz Josef Gletscher, der vom Österreicher Julius Haast 1865 als erstem erforscht und bestiegen wurde. Eine sehr aufregende 10-stündige Wanderung führt uns zum Aussichtspunkt Roberts Point hoch über dem Gletscher von wo aus wir einen grandiosen Blick auf den Gletscher und das Tal in welchem er sich ausgebreitet hat haben. Am Abend sind wir so müde, daß wir zum ersten Mal (und letzten Mal) in Neuseeland Essen gehen und nicht selber kochen. Es gibt leckere Pizza und vier Bier! Am nächsten Morgen checken wir in einem lustigen alten zum Internet Cafe umgebauten Bus unsere Emails.
Danach gehts weiter zum Fox Gletscher. Hier machen wir nur eine kurze 1-stündige Wanderung um dann am gleichen Tag noch einen große Strecke zurückzulegen. Über den Haast Paß fahren wir bis nach Wanaka und am nächsten Tag weiter nach Queenstown, welches das Mekka der Extrem-Adrenalien-Aktivitäten ist. So wurde hier der Bungee Jump quasi erfunden. Von AJ Hackett. Hier ist die Brücke von welcher die ersten Jumps durchgeführt wurden und auch heute noch durchgeführt werden. Das können wir uns nicht entgehen lassen. Außerdem kann man Wildwasserrafting, Skydiving, Fly-by-wire und viele andere verrückte Aktivitäten buchen. Nach einigen erholsamen Tagen führt uns die Reise weiter nach
Te Anau, welches der Ausgangspunkt für die Fahrt zum Milford Sound ist. Dessen unglaubliche Schönheit erschließt sich einem erst richtig bei einer Schiffsfahrt auf dem Sound. Wir haben hier großes Glück, denn es regnet nicht und es gibt auch nicht zu viele Sandfliegen, welches die beiden Plagen sind die man meistens am Sound antrifft. Unmengen an Regen oder bei Sonnenschein Unmengen an Sandfliegen, so daß man meinen könnte es handelt sich um eine dunkle Wolke. Sandfliegen sind sehr kleine schwarze Fliegen, die leider unangenehm stechen. Aber wie schon ges
agt, wir hatten hier Glück. Am zweiten Tag am Sound machen wir eine kleine und unsere letzte Wanderung in Neuseeland auf einem Teilstück des Routeburn Track zum Key Summit. Von oben bewundern wir das Panorama der Alpen. Eigentlich haben wir noch eine weitere Wanderung auf dem Kepler Track geplant, diese fällt aber dann leider wegen Dauerregens aus und wir fahren nach Dunedin. Der Routeburn Track, Kepler Track, Milford Track, Tongariro Northern Circuit und auch Abel Tasman Coastal Track gehören zu den 9Great Walks in Neuseeland. In der Nähe von Dunedin, in Otago Peninsula verbringen
wir den Heiligen Abend in diesem Jahr. Wir beobachten Albatrosse beim nisten und fliegen und machen bis spät abends ausgedehnte Spaziergänge am Strand. Richtige Weihnachtsstimmung kommt dieses Jahr nicht auf. Das liegt nicht nur daran, daß es viel zu warm ist und es bis 10 Uhr hell ist, sondern auch daran, daß in Neuseeland die Städte nicht sehr geschmückt sind und es auch keine Weihnachtsmärkte gibt (zumindest nicht in Dunedin). Unser Besuch in Neuseeland nähert sich nun leider seinem Ende. Wir fahren nach Christchurch, putzen dort unseren Camper und übergeben ihn wieder. Am letzten Tag erkunden wir noch die Stadt bevor es am nächsten Tag früh morgens zum Flughafen geht.
Ein Flieger bringt uns zum nächsten Ziel unsere weiten Reise Cairns in Australien.
Wir wünschen allen Mitreisenden schöne Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr 2005.
Thanks for reading. Have a great day!