Thailand - das Land des Lächelns

Nach 8-stündigem Flug von Melbourne landen wir morgens um 8.00 in Bangkok. Die Einreiseformalitäten sind schnell erledigt und wir stehen im Bangkok International Airport. In der Eingangshalle stürmen jede Menge Touts auf uns los „Tuk Tuk“ ,Strassenschild Khao San „Taxi“ oder auch „Where are you going?“ schreien sie uns entgegen. Diese Touts werden uns durch ganz Thailand begleiten! Solange man sich nicht auf sie einläßt stellen sie aber kein echtes Problem dar. Ein freundliches „mâi châi khàwp khun khráp/khâ“ d.h. „nein danke“ und sie lassen uns auch schon in Ruhe. Wir nehmen den Airport Bus No 2 in die Th Khao San um dort nach dem von Freunden empfohlenen Guesthouse zu fanden und finden es auch auf Anhieb. Wie sich später herausstellt handelt es sich um das beste in der ganzen Ecke Th Khao San. Th steht übrigens für Thanon und bedeutet Strasse. Sozusagen Khao San Strasse. Thanons sind größere Strassen und von ihnen gehen kleine Strassen ab. Diese heißen Soi und sind meist nur numeriert. Also z.B. Khao San bei NachtThanon Khao San Soi 3 ist die dritte Nebenstrasse der Th Khao San. Verwirrend ist, daß Hausnummern nicht unbedingt fortlaufend sind. Die Th Khao San ist schwer zu beschreiben, eigentlich muß man sie gesehen haben. Tagsüber handelt es sich um eine Strasse voller Marktstände, welche allen möglichen Trödel an die Touristen verkaufen wollen. Abends kommen dann jede Menge Bars auf Rädern hinzu und Touristen und Thais verwandeln die Strasse in die größte Outdoor Party Bangkoks. Viele feiern und trinken dann „like there is no tomorrow“. Überhaupt sieht man hier endlose Mengen an Freaks. Ausnahmslos Farangs. So werden die „Westener“ von den Thais genannt. Thailänder müssen ein seltsames Bild von westlichen Menschen haben. Neben den Freaks und Partytouristen gibt es allerdings auch diejenigen, welche sich für die Kultur, das Land und seine Menschen interessieren. Thailänder dagegen sind äußerst freundliche und hilfsbereite Menschen. Thailand heißt nicht umsonst das Land des Lächelns, denn in der Tat lachen Thais viel. Wir haben nirgendwo freundlichere Menschen getroffen als hier in Thailand. Die Thais fühlen sich daher durch das unfreundliche auftreten vieler Farangs vor den Kopf gestoßen. Tempel in Bangkok mit bettenden MönchenAn den darauffolgenden Tagen machen wir uns auf Bangkok zu erkunden. Zuerst besuchen wir den Wat Pho. Es handelt sich um den ältesten und größten Wat in Bangkok. Ach ja, Wat heißt Tempel. Wir sind von der Architektur sehr beeindruckt. Im Wat Pho befindet sich u.a. der liegende Buddha. In den darauffolgenden Tagen besuchen wir alle wichtigen Wats in Bangkok. Bei diesen Besuchen fällt uns die tiefe Religiosität der Menschen hier auf. Es handelt sich gleichwohl um junge wie alte Menschen. Sie verneigen sich vor den Buddha Statuen und bringen Gaben mit. Das sind Blumen oder Essen. Damit drücken sie ihre tiefe Verehrung für Buddha aus. Einen guten Eindruck der Wats vermitteln die Bilder in den Galeries.
Bangkok ist zwar eine sehr große Stadt, man kommt jedoch dank der vielen Verkehrsmittel problemlos überall hin. Zum einen gibt es den neuen Skytrain. Eine sehr moderne Hochbahn nicht älter als 10 Jahre. Außerdem gibt es ein Kanalsystem und Boote verkehren flott und günstig. Günstig sind auch die Tuk Tuks und die Taxis. Das Tuk Tuk fahren ist jedoch ein eher zweifelhaftes Vergnügen. Zum einen scheint es nicht unbedingt sehr sicher zu sein und zum anderen sieht man sich während so einer Tuk Tuk Fahrt ständig dem Gestank und den Abgasen der anderen Autos und Tuk Tuks ausgesetzt. Überhaupt ist die Luft in Bangkok sehr verschmutzt. Hat der Tuk Tuk Fahrer es eilig bewegt er sein Gefährt in Kurven nur noch auf 2 seiner 3 Räder. Durch die mit Aufklebern zugekleisterte Windschutzscheibe sieht der Fahrer dabei zwar nichts, läßt sich davon aber nicht weiter stören. Taxis dagegen sind meist sehr neue Fahrzeuge mit Klimaanlage und kaum wenn überhaupt teurer als die Tuk Tuks und diesen daTuk Tuksher unbedingt vorzuziehen. Das heißt nicht, daß man nie Tuk Tuk fahren sollte, handelt es sich dabei schließlich um ein original thailändisches Gefährt und Abenteuer. Wenige Male reichen jedoch aus. Günstig bedeutet, daß eine Taxifahrt zwischen 1 und 2 Euro kostet, je nachdem wie weit man fahren möchte und wie gut man mit dem Taxifahrer verhandeln kann. Wer nicht verhandeln kann oder nicht will hat allerdings generell ein Problem in Thailand. Feilschen gehört zu jedem guten Geschäft. Leider machen die Farangs oft die Preise kaputt, wenn sie ohne nachzudenken jeden verlangten Preis bezahlen und ist er noch so unverschämt. Die Thais freuen sich natürlich darüber. Generell gilt, daß man sich meist auf die Hälfte des zuerst verlangten Preises einigen kann. Wer mehr bezahlt ist selber schuld.
Nachdem wir die wichtigsten Wats und Sehenswürdigkeiten in Bangkok bewundert haben fahren wir im Minibus nach Ayutthaya. Auch Minibusfahrer müssen sehr gläubige Menschen sein. Mit dem Buddhaimage auf dem Armaturenbrett überholen sie bei jeder Gelegenheit. Eine Gelegenheit ergibt sich immer dann, wenn sich ein langsameres Fahrzeug vor einem befindet. Völlig unabhängig ob Gegenverkehr kommt oder die Strasse aufgrund einer Kurve unübersichtlich ist. Wie viele Spuren in eine Richtung führen wird generell auch spontan entschieden. Es gibt wohl ein geschriebenes Verkehrsgesetz auf der Strasse gilt jedoch, der Größere hat Vorfahrt. Das ganze klappt nur deshalb gut, weil die Verkehrsteilnehmer sehr aufpassen und dem anderen immer gerade den benötigten Raum lassen ohne sich großartig über den anderen aufzuregen. Das ist unvorstellbar in Deutschland. Hotel Suang LuangIn Ayutthaya angekommen suchen wir uns erstmal ein Hotel. Es ist unglaublich heiß und wir nehmen das erstbeste nur um unsere schweren Rucksäcke wieder loszuwerden. Die Menschen hier verstehen leider noch weniger englisch als in Bangkok und wir sind über unser Thai Wörterbuch recht froh. Der Hotelier hat ein englisches Fax aus Deutschland erhalten. Es handelt sich um eine einfache Zimmeranfrage. Leider versteht er nichts und bittet uns eine Antwort zu schreiben. Das machen wir natürlich gerne und er faxt diese dann auch gleich nach Deutschland. Als Dankeschön werden wir zu einer Cola eingeladen. Das Hotel hat den Charme eines Hotels der kommunistischen Partei in der ehemaligen DDR. alte RuinentempelanlageAm nächsten Morgen frühstücken wir im dazugehörigen Restaurant. Wir sind die einzigen Farangs. Natürlich möchte der Wirt es auch uns recht machen. Thais essen zum Frühstück bereits eine stark gewürzte Suppe. Wir möchten natürlich lieber Rühreier und Schinken. Auch wenn ein solches Frühstück völlig unbekannt ist und es sicher nicht auf der Speisekarte steht wird versucht uns alles recht zu machen und wir essen die scheußlichsten Eier unserer ganzen Reise. Die nächsten zwei Tage besichtigen wir viele Ruinen alter Tempelanlagen. Ayutthaya war die siamesische königliche Hauptstadt von 1350 bis 1767 und hat aus dieser Zeit Unmengen an alten Tempeln. Unser Enthusiasmus wird allerdings von der extremen Hitze tagsüber (über 40°C) doch stark auf die Probe gestellt. Es gefällt uns hier sehr gut, dennoch sind wir nicht allzu traurig, als wir den Nachtzug nach Chiang Mai besteigen um zum nächsten Ziel thailändische Lokomotiveunserer Reise zu gelangen. Die Zugfahrt ist ganz angenehm. Nach 14 Stunden kommen wir mit etwas Verspätung in Chiang Mai an. Wie wir erfahren ist nachts die Lokomotive kaputt gegangen und mußte erst repariert werden. Auch in Chiang Mai stürmen die Tuk Tuk Fahrer auf uns ein. Wir entschließen uns zu schnell und fahren mit einem unsympathischen in die Stadt und versuchen unser Glück bei einem ersten Guesthouse. Dieses ist leider schon voll und wir schultern unsere schweren Rucksäcke und marschieren los. Glücklicherweise finden wir recht schnell ein Hotel. Wie sich nach kurzer Zeit herausstellt keine gute Wahl. Nicht nur das es laut ist, es gibt auch Unmengen an Tuk Tuk Fahrt in Chiang MaiMoskitos. Das sich diese durch eine Klimaanlage draußen halten lassen erweist sich hier eindeutig als Ammenmärchen und wir bauen wieder unser Zelt auf. Dieses hatte uns ja bereits auf Tonga gute Dienste geleistet. In Chiang Mai werden wir noch zweimal unser Hotel wechseln. Auch hier brodelt das Leben auf der Strasse. An unserem ersten Tag sind einige Strassen abgesperrt und es findet ein Markt statt, welcher bis Mitternacht geht. Die Menschen aus den umliegenden Dörfern wollen hier ihre selbstgefertigten Waren Markt in Chiang Maian den Mann bzw. an die Frau bringen. Die Mädchen der örtlichen Schule machen eine Tanzaufführung. Sowohl westlicher Jazzdance als auch traditionelle Tänze werden aufgeführt. Wie bereits in Ayutthaya sind auch hier Schüler unterwegs und machen eine Umfrage die sie als Hausaufgabe aufbekommen haben. Die Fragen zu denen in Ayutthaya ähneln sich sehr stark und wir vermuten, daß die Schüler für eine statistische Erhebung des Tourismusministeriums genutzt werden. Falls dem so ist werden sich jedoch erhebliche Fehler einschleichen, da die Schüler nur auf freundlich aussehende Schülerbefragungweibliche Farangs zugehen. So wird grundsätzlich nur Bettina angesprochen, meistens dann wenn sie für einen Moment alleine ist. Auch in Chiang Mai besuchen wir wieder einige Tempel. U.a. Wat Phra That Doi Suthep welcher auf dem 1676m hohen Berg namens Doi Suthep steht. Am Ende einer sich ewig windenden Strasse, welche wir in einem Tuk Tuk erklimmen, führen 300 Stufen hoch zum Wat. Es ist der mit Abstand schönste Tempel in Chiang Mai. Übrigens haben sich selten Verhandlungen mit Tuk Tuk Fahrern als so zäh und langwierig ergeben wie mit eben jenen welche uns zum Tempel hochfahren sollten. Wir wollen 30 Baht bezahlen und die Tuk Tuk Fahrer hätten jedoch gerne 100 Baht (50 Baht sind ungefähr 1 Euro). Leider kamen auch immer wieder Farangs vorbei welche diesen Preis ohne verhandeln gezahlt haben. Nach 40 Minuten des Feilschens wurden wir dann für 45 Baht den Berg hinaufgekarrt (bei den vielen Kurven und der Fahrweise ist uns ganz schlecht geworden). 300 Stufen zum Wat PhraEinen Tag verbringen wir damit mit den jungen Mönchen zu reden. Das heißt hier "Monk Chat". Wir erfahren viel über Buddhismus, ihr Leben und Thailand. In Chiang Mai ist noch der Nightbasar einen Besuch wert. Hier stehen entlang einer langen Strasse endlose Mengen an Händlern und verkaufen von raubkopierten CDs über gefälschte T-Shirts, gefälschte Birkenstock zur gefälschten Rolex oder Omega alles Denkbare und Undenkbare. Da die Qualität doch recht zweifelhaft ist sollte man wohl besser die Finger von den Sachen lassen. Von Chiang Mai aus machen wir einen Ausflug an die Grenze zu Burma. Hier leben aus ihrem Heimatland Burma aufgrund der politischen Lage geflüchtete „Hill Tribes - Bergvölker“. Sie sind über die Berge geflüchtet. Dabei schaffen nicht alle den Weg über die Berge und sterben unterwegs. In Thailand sind sie geduldet, dürfen aber kein Vieh halten und auch keine Landwirtschaft betreiben. Ihr Dorf dürfen sie alleine auchZugwagennummer in Chiang Mai nicht verlassen. Die thailändische Regierung hat die Unterstützung eingestellt. Die Menschen leben daher von Eintrittsgeldern von Touristen und vom Verkauf von selbsthergestellten Waren an Touristen. Am liebsten würden sie wieder zurück nach Burma gehen, was derzeit jedoch nicht möglich ist. Von den Menschen und auch von den selbsternannten Tourist Guides ist allerdings trotz beharrlichen Nachfragens nicht sehr viel mehr zu erfahren. Unsere kritischen Fragen stoßen hier nicht auf allzuviel Gegenliebe. Mehr Informationen zur Situation in Burma gibt es hier. Von Chiang Mai nehmen wir wieder den Nachtzug nach Bangkok. Ein Taxirennfahrer bringt uns morgens wieder zurück in das gleiche Guesthouse wie zu Beginn unseres Thailandaufenthaltes. Wieder zurück in Bangkok besuchen wir noch ein paar Tempel und bereiten das nächste Land unserer Reise vor: Indien.

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